Sanierung Ossiacher See / Bleistätter Moor

Zweck des Projektes

In der Ostbucht des Ossiacher Sees trat im letzten Jahrzehnt, bedingt durch die große Sichttiefe, ein vermehrtes Wachstum eines Algenrasens am schlammbedeckten Boden auf. Bei starker Sonneneinstrahlung kam es durch die bei der Assimilation entstandenen Gasbläschen zu einem Auftreiben von Algen und Schlammfladen, welche zu einer erheblichen Störung der Nutzung des Ossiacher Sees als Badegewässer führten. Bisher wurde versucht, diese Algen – Schlammfladen mechanisch mit Siebbooten abzuschöpfen. Als eine der möglichen Ursachen des vermehrten Wachstums an Algen wurde von der Abteilung 15 des Amtes der Kärntner Landesregierung und des Kärntner Instituts für Seenforschung der Rückgang der Blattpflanzen und der mit ihnen einhergehenden Beschattung und Festigung des schlammigen Untergrundes angegeben; es wird vermutet, dass dieser Rückgang an Blattpflanzen durch die stetige Abdeckung des Seebodens mit frischem Sediment aus der Tiebel bewirkt wird.

Die entwickelte Strategie soll in 3 Modulen umgesetzt werden:

Modul 1

Modul 1 umfasste folgende Maßnahmen (bereits 2006/2007umgesetzt):

Saugbaggerung am Schüttkegel der Tiebel im Ossiacher See

Im Mündungsbereich der Tiebel in den Ossiacher See kommt es laufend zur Ablagerung von Sedimenten und Schwebstoffen durch den Tiebelzufluss. Diese Sedimente und Schwebstoffe führen zu einer Verlandung im Tiebelmündungsbereich, sodass das Wasser der Tiebel sich breitflächig über den Schüttkegel in die Ostbucht einschichtet. Durch die Saugbaggerungsarbeiten wurde erreicht, dass der Wasserstrom der Tiebel zielgerichtet entlang der Längsachse des Ossiacher Sees in das tiefere Becken geführt wird. Es ist daher erforderlich in gewissen Zeitabständen das im Mündungsbereich abgelagerte Material zu entfernen. Dies erfolgte durch die Saugbaggerung, bei welcher das abgesaugte Material in das errichtete östliche Sedimentationsbecken mittels Pumpdruckleitung eingebracht wurde.

Ausführungszeitraum Herbst 2006. Abgetragene Kubatur in situ: 54.000 m³

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Sohleintiefung der Tiebel

Die Tiebel wurde auf einer Länge von ca. 1.500m vom Mündungsbereich bis zum Begrenzungsdamm-Ost von Sediment und Schwebstoffablagerungen geräumt. Mit dem entfernten Material wurden die linksufrigen Dämme verstärkt und angepasst. Die Entfernung des Sedimentes stellt die ursprüngliche Sohle der Tiebel wieder her; das abgelagerte Sediment wurde vom Ossiacher See ferngehalten.

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Begrenzungsdamm-Ost

Für die Abgrenzung des Sedimentationsbeckens-Ost im Modul 1 sowie für die Durchführung der Saugbaggerungen im Modul 3 war es erforderlich, einen Begrenzungsdamm-Ost zu errichten, welcher das neu geschaffene Sedimentationsbecken von den östlich liegenden, weiterhin landwirtschaftlich genützten Flächen abtrennt und bei Hochwasser im Ossiacher See verhindert, dass das Wasser über die Tiebel und die Absetzbecken in den Polder zurückströmt. Dieser Begrenzungsdamm wurde auf einer Länge von ca. 200 lfm auch überströmbar ausgebildet, damit bei Hochwasser in der Tiebel und niedrigem Seespiegel der auftretende rechte Vorlandabfluss über die Absetzbecken Ost und West in den Ossiacher See fließen kann. Ausführung des Dammes erfolgte in Leichtbauweise.

Modul 2

Im Modul 2 sollen im Polderbereich des Bleistätter Moores - nördlich und südlich der Tiebel bzw. westlich der Bleistätter Moor Landesstrasse - ehemalige landwirtschaftliche Flächen geflutet und als Sedimentationsbecken für die Tiebel und für die „Alte Tiebel“ herangezogen werden, damit die in den Ossiacher See gelangende Sedimentations- und Nährstofffracht verringert wird.

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Im Modul 2 wurden bis dato umgesetzt:

  • Die Absicherung und Sanierung des Seeabschlussdammes in den Gemeinden Steindorf und Ossiach. Diese Maßnahme wurde von April bis Juni 2008 bereits durchgeführt
  • Die Errichtung einer Pumpstation östlich der Bleistätter Moor Landesstraße L50 (südlich der Tiebel) als Ersatz für die bestehende Pumpstation der Wassergenossenschaft Bleistätter Moor (Inbetriebnahme Juli 2012).
  • Die Durchführung der im Zusammenhang mit der Errichtung der Pumpstation stehenden Drainageumlegungen bzw. Errichtung von Speicherkanälen.
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Modul 3

Im Modul 3 des Projektes Sanierung Ossiacher See – Bleistätter Moor wurde eine flächenhafte Abbaggerung der dafür relevanten Sedimentschicht in der Ostbucht des Ossiacher Sees durchgeführt. 

Der erste Teil der Saugbaggerung im Ossiacher See wurde durchgeführt:
Zeitraum: September 2007 bis April 2008
Gesamtausmaß der Saugbaggerungsfläche: 12,2 ha
Fördermenge (in situ gelagerter Schlamm): 116.533,75m³
Fördermenge Schlamm-Wassergemisch: ca. 850.000m³

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Durch diese Saugbaggerung wurde das Sedimentmaterial / Schlamm am Seeboden gelöst und abgesaugt und in weiterer Folge in das östliche Sedimentationsbecken mittels Pumpdruckleitung eingebracht. Dieses Sedimentationsbecken wurde bereits während der Saugbaggerungsarbeiten im Herbst 2006 benützt und im Zuge der Umsetzung des Moduls 1 errichtet.

Der zweite Teil der Saugbaggerung im Ossiacher See wurde durchgeführt:
Zeitraum: März bis Mai 2009 – Sommerpause – September bis November 2009
Gesamtausmaß der Saugbaggerungsfläche: 11 ha
Fördermenge (in situ gelagerter Schlamm): 101.000m³
Fördermenge Schlamm-Wassergemisch: ca. 720.000m³

Bei dieser Saugbaggerung wurde das Sediment in ein weiter östlich gelegenes Becken (Fläche Rauchenwald – bereits in der Stadtgemeinde Feldkichen) verbracht.
Beide Becken wurden für die Sedimentation adaptiert; Errichtung von Umschließungs- und Querdämmen, Ausleitungen etc.

Des Weiteren wurden Versuchsbepflanzungen im Ossiacher See in den Jahren 2008 und 2009 unter Begleitung des KIS – Kärntner Institut für Seenforschung durchgeführt.

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