Allgemeine Beschreibung
Der Beginn der Abwasserreinigung in Feldkirchen geht in das Jahr 1970 zurück. Damals begann der erste Bau der Verbandskläranlage mit der Errichtung einer mechanischen und biologischen Reinigungsanlage. Die damalige Anlage war auf 20.000 EW ausgelegt.
Bedingt durch die steigenden Anforderungen an die Reinigungsleistung und die Erhöhung der angeschlossenen EW an die Kläranlage wurde die Anlage in den Jahren 1981-1984 auf eine Kapazität von 50.000 EW erweitert.
Durch die Wasserrechtsgesetznovelle 1991 und der damit verbundenen erneuten Verschärfung der Anforderung an die Reinigungsleistung von Kläranlagen wurde eine neuerliche Anpassung der Kläranlage an den Stand der Technik erforderlich. Diese Anpassung wurde in den Jahren 2004-2010 durchgeführt.
Es ist nun eine nach dem Wasserrechtsgesetz an den Stand der Technik angepasste Kläranlage vorhanden, in der täglich 5.000-8.000 m³/d Abwässer mechanisch und biologisch gereinigt werden. Der Ausbau erfolgte auf 50.000 EW. Die jährlich gereinigte Abwassermenge beträgt inkl. der Einleitergemeinden ca. 2,7 Mio. m³/a.
Sie reinigt das Abwasser der Stadtgemeinde Feldkirchen sowie der Gemeinden Himmelberg, Steindorf (Tiffner Kessel) und das Abwasser der Einleitergemeinden St. Urban, Steuerberg inkl. Wassergenossenschaft Wachsenberg, Gnesau, Reichenau, des Bereiches Turrach der steirischen Gemeinde Predlitz-Turrach und aus Randbereichen der Gemeinden Glanegg und Moosburg (Knasweg).
Der Ablauf der Kläranlage Feldkirchen fließt nicht über die Tiebel in den Ossiacher See, sondern wird über eine ca. 4,5 km lange Leitung über die Wasserscheide aus dem Einzugsgebiet des Ossiacher Sees in das Einzugsgebiet der Glan gepumpt.
Der Gesamtausbau der Kläranlage besteht aus 5 Bauabschnitten:
Bauabschnitte
Details zur Kläranlage
Beschreibungen der einzelnen Bestandteile

Auf dem Dach der Lagerhalle wurde eine Photovoltaikanlage montiert. Die Photovoltaikanlage besteht aus 108 Stk. Modulen zu je 275W.
Es erfolgt keinerlei Überschuss- Energieeinspeisung ins Netz der Kelag - die erzeugte Energie wird zu 100% selbst verbraucht! Die Photovoltaikanlage wurde durch Bundesmittel gefördert.

Im Faulturm wird der Überschuss- und Primärschlamm aus der biologischen Stufe gepumpt. In diesem Behälter wird unter anaeroben (ohne Sauerstoff) Bedingungen bei einer Temperatur von ca. 33° C von Mikroorganismen Methangas (CH4) produziert. Dieses Gas wird zwischengespeichert und im Blockheizkraftwerk auf der Anlage zur Erzeugung von elektrischem Strom und Wärme genutzt.
Der Faulturm hat ein Fassungsvermögen von 2.000 m³. Zusätzlich sind in diesem Bereich die gastechnischen Einrichtungen zur Entwässerung und Messung des gewonnen Gases untergebracht.

Im Bereich neben dem Faulturm ist eine Gasfackel, die automatisch bei Überdruck zündet, situiert.
Folgende Aggregate sind in diesem Bauwerk untergebracht:

Das produzierte Faulgas aus dem Faulturm wird mittels BHKW (Blockheizkraftwerken) verstromt. Die anfallende Wärme dient zur Heizung des Faulturmes und der Betriebsgebäude. Die BHKW’s sind in einem eigenen Raum mit Schallschutz-Innenverkleidung untergebracht.
Folgende Aggregate sind in diesem Bauwerk untergebracht:

Der Gasspeicher ist unmittelbar neben dem Schlammzwischenlagerplatz situiert. Er dient zur Zwischenspeicherung des im Faulturm gewonnenen Gases.
Der Gasbehälter mit einem Speichervolumen von 500 m³ Faulgas ist mit einer gewichtsbelasteter Membran zur Regelung des Gasdruckes von ca. 350 mbar ausgestattet. Weiters sind unterirdische Gasleitungen inklusive eines Entwässerungsschachtes mit händisch zu bedienenden Kondensatschleusen installiert.

Der Wasserverband Ossiacher See hat sich entschlossen für die Klärschlammentwässerung die alte Siebbandpressenanlage (aus dem Jahr 1986), durch eine moderne Zentrifugenanlage zu ersetzen.
Der Entwässerungsgrad kann damit von 22 auf 30 % erhöht werden. Das senkt die Entsorgungskosten des Klärschlammes im Jahr um etwa 30.000 Euro (Stand 2020).
Die Entscheidung fiel nach Vorort Testungen auf eine Maschine der Firma Flottweg der X-Baureihe. Bei den Testungen hat sich auch gezeigt -> größerer Trommeldurchmesser und geringere Durchsatzmengen bringen ein besseres Entwässerungsergebnis.
Das neue Xelletor-System stellt durch eine neue Schneckenkonstruktion die zentrifugale Schlammentwässerung in Kläranlagen auf eine neue Evolutionsstufe. Das Ergebnis ist eine Schnecke ganz ohne Schneckenkörper.
Dadurch konnte auch gegenüber dem Vorgängermodel der C-Serie der TS-Gehalt um 2% erhöht werden, Flockungsmittelmenge und Energieverbrauch um 20% verringert werden, bei einem deutlich verbesserten Abscheidegrad.
Da die Xelletor-Dekanter ohne Schneckenkörper auskommen, gibt es keinen Verschleiß im Zulaufbereich, wie es bei herkömmlichen Zentrifugen der Fall ist. Dank eines hochwirksamen Verschleißschutzes an Schneckenwendeln, Rotor und Feststoffaustrag reduzieren sich Abrieb und Abnutzung für eine lange Lebensdauer auf ein Minimum und senkt den Wartungsaufwand.

Die produzierte Wärme aus dem BHKW und den Wärmepumpen wird in der Wärmezentrale zum Faulturm und in die Betriebsgebäude verteilt. Weiters ist in einem abgetrennten Raum ein Gasbrenner, in dem das anfallende Faulgas direkt verbrannt werden kann, untergebracht. Die Anlagenteile sind im Schlammentwässerungsgebäude untergebracht.
Folgende Aggregate sind in diesem Bauwerk untergebracht:

Im Nachklärbecken wird der Belebtschlamm vom biologisch gereinigten Abwasser getrennt. Dazu wird das Belebtschlamm-Abwassergemsich in die rechteckigen, länglichen Nachklärbecken geleitet. In den Becken herrscht kaum Turbulenz und der Belebtschlamm setzt sich am Beckenboden ab. Über Bandräumer wird der abgesetzte Bodenschlamm in die Trichter der Nachklärbecken gefördert. Von dort gelangt ein Großteil des abgesetzten Belebtschlammes als sog. Rücklaufschlamm wieder zurück in die biologische Stufe. Ein kleiner Teilstrom wird als sog. Überschussschlamm mittels Pumpen in die Faulanlage gepumpt.
Das klare biologisch gereinigte Abwasser wird über getauchte Ablaufrohre, die knapp unter der Wasseroberfläche montiert sind, abgezogen. Das so gereinigte Abwasser kann in den Vorfluter schadlos eingeleitet werden.
Es sind insgesamt 4 baugleiche Nachklärbecken vorhanden. Alle Nachklärbecken sind zum Großteil mit einer Betondecke versehen. Jeweils ein Nachklärbecken ist rechteckig, 38 m lang und 9 m breit. Die mittlere Wassertiefe beträgt 3,20 m.

Im Vorklärbecken werden die absetzbaren organischen Schmutzstoffe vom Abwasser getrennt. Dazu wird das Abwasser in das rechteckige, längliche Becken geleitet. Im Becken herrscht kaum Turbulenz und der sog. Primärschlamm setzt sich am Beckenboden ab. Über einen Bandräumer wird der abgesetzte Bodenschlamm in die Trichter des Vorklärbeckens befördert und von dort mittels Pumpen in den Voreindicker und in weiterer Folge in den Faulturm gepumpt.
Das Vorklärbecken ist ein teilweise mit einer Betondecke geschlossenes Becken. Das rechteckige Becken ist 37 m lang und 8 m breit. Die mittlere Wassertiefe beträgt 2,5 m.

Bei der Denitrifikation wird mit Hilfe von Mikroorganismen der organische Stickstoff aus dem Abwasser entfernt. Bei der biologischen Phosphorentfernung werden die Mikroorganismen unter ganz speziellen Verfahrensschritten dazu gebracht einen Teil der organischen Phosphorverbindungen aus dem Abwasser biologisch zu entfernen.
In dieses Becken gelangt der vermischte Abwasserstrom aus Vorklärbecken und dem Rücklaufschlamm aus den Nachklärbecken. Das Becken dient als Denitrifikationsbecken bzw. als Becken zur biologischen Phosphorentfernung.
Das Becken ist in drei gleich große Kammern unterteilt, die durch Trennwände mit Öffnungen 2000x2000 mm getrennt sind. Damit der Schlamm in Schwebe gehalten wird, ist in jeder Kammer ein Rührwerk mit vertikaler Achse angeordnet. Die letzte Kammer wird mit Belüftungseinrichtungen ausgestattet, damit bei geringen Belastungen der Kläranlage die Zeit in der der Schlamm anoxisch bzw. anaerob ist nicht zu lange wird.
Das Denitrifikationsbecken, Bio-P-Becken ist ein teilweise mit einer Betondecke geschlossenes Becken. Das rechteckige Becken ist 29 m lang und 8 m breit. Die mittlere Wassertiefe beträgt 2,5 m.

Die organischen Phosphorverbindungen im Abwasser müssen mit Chemikalien über eine chemische Fällungsreaktion aus dem Abwasser entfernt werden. Es werden dem Abwasser in geringen Mengen Chemikalien zudosiert, damit die Fällungsreaktion eingeleitet wird. Die organischen Phosphorverbindungen werden durch die Fällung von einem im Wasser gelösten Aggregatzustand in einen festen Aggregatzustand übergeführt und in weitere Folge über die Nachklärbecken aus dem System ausgetragen.
Weiters kann es durch den biologischen Prozess zu einer Absenkung des pH-Wertes in der Kläranlage kommen. In solchen Fällen muss der pH-Wert mit einer Lauge wieder in den neutralen Bereich gebracht werden. Dazu ist in diesem Gebäude eine Laugendosiereinheit geschaffen worden. Die Lauge zur Neutralisation des Abwassers wird in Gitterboxen zu max. 1 m³ gelagert.
Das Fällmittel und die Lauge werden wahlweise in getrennten Leitungen zu den Dosierstellen beim Zwischenpumpwerk, beim Ablauf Belebungsbecken und beim Zulauf Sandfang gepumpt.

Im Sandfang wird der mit dem Abwasserstrom transportierte Sand aus dem Abwasser entfernt. Der Sandfang ist ein längliches Becken, in dem über punktförmige Tiefenbelüfter auf einer Längsseite des Beckens Druckluft eingeblasen wird. Dadurch entsteht eine Wasserwalze in Fließrichtung, die durch die Zentrifugalkraft den Sand am Boden abscheidet. Die erforderliche Druckluft für den Sandfang - und bei Bedarf für die Denitrifikation - wird mit insgesamt 2 Gebläsen im unmittelbar neben dem Sandfang situierten Gebläsehaus erzeugt. Das Becken ist 31 m lang, 3,5 m breit. Die Wassertiefe beträgt ca. 4,50 m.

Das Herzstück der biologischen Stufe auf der Kläranlage bilden die beiden Belebungsbecken. Hier reinigen Mikroorganismen die im Abwasser gelösten organischen Verbindungen, indem sie die Abwasserinhaltsstoffe in ihren Stoffwechsel aufnehmen. Dazu benötigen sie Sauerstoff, der über eine Belüftungseinrichtung in die Becken mittels Druckluft eingeblasen wird. Die Druckluft wird in der Gebläsestation, die zwischen den beiden Belebungsbecken errichtet wurde, erzeugt und über diverse Verteilleitungen zu den Belüfterplatten in den Belebungsbecken geleitet. Der gesamte Prozess wird mittels Onlineanalysestationen überwacht und gesteuert.
Das Belebungsbecken wird mit vorgeschalteter Denitrifikation im Innenring betrieben. Das Belebtschlamm-Abwassergemisch aus dem Denitrifikationsbecken wird über das adaptierte Zwischenhebewerk gehoben und in die Belebungsbecken geleitet. Der Abwasserstrom durchfließt die Becken vom Innenring beginnend nach außen. Der Wasserstand in den Belebungsbecken wird mittels feststehendem Überfallwehr (Länge: 500 cm) am jeweils nördlichen Beckenrand konstant gehalten. Von dort aus gelangt das Belebtschlamm-Abwassergemisch über einen Düker zu den Nachklärbecken.
Im innersten Ring der Becken herrschen im Regelfall anoxische Bedienungen. Das in der Nitrifikationszone gebildete Nitrat wird hier teilweise denitrifiziert. Über eine Öffnung 200/200 cm gelangt das Wasser in die mittlere Nitrifikationszone und von dort weiter über eine Öffnung 200/200 cm in den äußeren Ring. Die äußeren beiden Ringe werden aerob betrieben. Dazu sind über einen Großteil der Beckenfläche die Belüfterfelder angeordnet.
Aus der äußersten Zone wird mit einer internen Rezirkulationspumpe das gebildete Nitrat in den innersten Rings des Belebungsbeckens gepumpt.
Die beiden Belebungsbecken werden ausschließlich parallel betrieben.
Die beiden Belebungsbecken sind oben offene runde Schachtelbecken mit jeweils einem Durchmesser von 35 m und einer Wassertiefe von 3,80 m.

Der Trübwasserbehälter ist baulich beim Gebläsehaus Biologie untergebracht. In diesem oben abgedeckten und über Einstiegsöffnungen erreichbaren Behälter wird das Trübwasser von der Schlammentwässerung zwischengespeichert und in der Nacht automatisch der biologischen Stufe zugeleitet. Das Becken ist 5,5 m lang und 5,5 m breit. Die Wassertiefe beträgt ca. 3,10 m. Das Bauwerk ragt ca. 1,50 m aus dem Erdreich heraus und ist allseitig mit Geländer versehen.

Als mechanische Vorreinigung dient eine Siebanlage der Firma HUBER, Typ ROTAMAT RPPS mit 1,80 Meter Durchmesser und mit einem 3mm Lochblech-Sieb.
Diese Siebanlage ist unter einem Winkel von 35 Grad im Gerinne eingebaut. Das Roh-Abwasser gelangt durch die offene Stirnseite in die schräg stehende Siebtrommel und durchströmt das Lochblech von der Innenseite zur Außenseite hin. Die im Roh-Abwasser mitgeführten Schwimm-, Sink- und Schwebestoffe werden vom Lochsieb abgeschieden. Dabei bildet sich ein Siebgutbelag auf der Innenseite der Siebtrommel, der den Wasserstand vor der Siebanlage steigen lässt. Der Wasserstand vor und nach der Siebanlage wird von Messungen überwacht. Wird der Einschaltwert überschritten, beginnt sich die Siebtrommel zu drehen.
Durch das Drehen der Siebtrommel wird das Siebgut entnommen und mit Unterstützung eines scharfen Luftstrahls und einer Abstreifbürste von der Siebtrommel-Innenseite in den zentrisch angeordneten Auffangtrichter abgeworfen.
Die im Trichter befindliche Förderschnecke, welche starr mit dem Siebkorb verbunden ist, transportiert das abgeworfene Siebgut in das geschlossene Steigrohr. In dieser Förderschnecke wird das Siebgut ausgewaschen und am oberen Ende vor dem Abwurf entwässert und gepresst.
Das Siebgut fällt in den und wirft dieses in eine Förderschnecke und danach in den bereitgestellten Container ab.
Eine Besonderheit ist das Reinigungssystem an der Siebtrommel. Es besteht aus einer Luftreinigung mit einer Luftklinge, die aus zwei leistungsstarken Ventilatoren mit Druckluft versorgt wird, sowie einer Hochdruckreinigung, welche die feinen Fasern, die sich um die Stege zwischen den 3mm-Löchern hängen, automatisch mit 200 bar Hochdruck zerstört und abspritzt.

Das Labor der Verbandskläranlage ist im Erdgeschoss des Betriebsgebäudes II untergebracht. Hier werden die laufenden, vorgeschriebenen Abwasseruntersuchungen durchgeführt.
Folgende Aggregate sind in diesem Raum untergebracht:

Das gesamte biologisch gereinigte Abwasser wird über eine ca. 5 km lange Druckleitung ins Glantal gepumpt und dort in die Glan ausgeleitet. Es ist somit sichergestellt, dass die Abwässer nicht in die Tiebel und in weitere Folge in den Ossiacher See gelangen können.
Dazu wurde ein Pumpwerk mit trocken aufgestellten Kreiselpumpen installiert. Der Vorlagebehälter für die Pumpen befindet sich unmittelbar vor dem Gebäude. Dieser ist unterirdisch mit einer Betondecke und entsprechenden Einstiegsöffnungen versehen.

Bei Regenwetter steigt die Zulaufmenge zur Kläranlage drastisch an. Das Gemisch aus häuslichem Abwasser und Regenwasser spült die Ablagerungen im Kanal aus und es gelangen unter anderem größere Steine und Schotter auf die Kläranlage, die im Grobschotterfang aus dem Abwasser entfernt werden. Unter anderem dient der Grobschotterfang auch als Schutz für den Feinrechen im Rechenhaus.
Über Grobschotteraustragsschnecken quer und längs zum Hauptgerinne werden der Schotter und andere schwere Gegenstände aus dem Abwasser entfernt. Im Anschluss werden die Grobstoffe über eine Siebtrommel ausgeschieden und der Feinanteil wird mit einem Sandwäscher ausgewaschen.
Weiters ist in diesem Haus ein horizontaler Feinrechen untergebracht, der bei einem Mischwasserereignis bzw. einem Zulauf über 1.200 l/s automatisch in Betrieb genommen wird und verhindert, dass Rechengut in die Regenrückhaltebecken gelangt.
Die Luft, die ins Freie gelangt wird vorher mit einem Biofilter, in dem durch Mikroorganismen die Geruchsstoffe aus der Luft entfernt werden, gereinigt.

Mit dem Notstromaggregat kann die gesamte Kläranlage bei Stromausfall mit Energie versorgt werden. Die Anlage ist dabei so ausgelegt, dass bei Stromausfall das Notstromaggregat automatisch oder manuell gestartet werden kann. Bei Wiederkehr der Stromversorgung des EVU werden die Frequenzen automatisch zwischen EVU und Notstromaggregat synchronisiert und das Notstromaggregat kann ohne Netzunterbrechung weggeschaltet werden.
Das Notstromaggregat und die Niederspannungshauptverteilung bilden einen Teil des Betriebsgebäudes I und sind neben der Garage 2 untergebracht.
Folgende Aggregate sind in diesen Räumen untergebracht:

Als weitere Innovation im Bereich der Klärtechnik wurde eine Mischwasserbehandlung im Nachklärbecken realisiert. Dabei wird die obere Schicht des Abwasser-Regenwassergemisches im Regenrückhaltebecken, die bedingt durch die Sedimentation im Becken arm an Schwebstoffen ist, an der biologischen Stufe vorbei, direkt in die Nachklärbecken geleitet.
Entsprechende großtechnische Anwendungen von Mischwasserbehandlung im NKB wurden vor allem bei der Kläranlage Wulkaprodersdorf im Burgenland durchgeführt. Die Arbeiten wurden vom Institut für Wassergüte der TU Wien wissenschaftlich begleitet. Dabei hat sich bei Einleitung von Mischwasser direkt in die Nachklärung folgendes gezeigt:

Bedingt durch die Topografie des Verbandsgebiets und der Mischkanalisation im Stadtgebiet von Feldkirchen gelangen im Regenwetterfall große Mengen an Mischwasser, das ist eine Mischung aus Regenwasser und häuslichem Abwasser, auf die Kläranlage. Die Zulaufmenge kann von 40-50 l/s im Trockenwetterfall bis auf 4.500 l/s ansteigen.
Bei Regenwetter und vor allem bei Starkregenereignissen wird in den Regenüberlaufbecken ein Gemisch aus häuslichem Abwasser und Regenwasser, das gemeinsam über den Zulaufkanal auf die Kläranlage geleitet wird und nicht sofort in der biologischen Stufe verarbeitet werden kann, zwischengespeichert. Die Becken füllen sich je nach Abwasseranfall und werden nach Abklingen des Regenereignisses über ein Schneckenpumpwerk entleert. Das Wasser aus den Becken wird in der Kläranlage biologisch gereinigt. Am Beckenboden setzt sich ein Gemisch aus organischen und anorganischen Feinteilen als Bodenschlamm ab. Wird dieser Schlamm im Becken belassen, treten neben hygienischen Problemen auch große Geruchsprobleme auf. Je nach Regenereignis kann der Bodenschlamm eine Dicke von mehrenen cm betragen. Der Bodenschlamm wird nach dem Leerpumpen mit den Wasserwerfern in die zentrale Sammelrinne gespritzt und fließt dort in das Schneckenhebewerk.
Becken in dieser Größe wurden bis dato nicht gebaut, da es bisher keine adäquate Reinigungsmethode gegeben hat. Alle bisher auf dem Markt befindlichen automatischen Reinigungseinrichtungen sind für Becken mit einer Breite von ca. 8 m begrenzt. Es musste somit für die Becken eine Lösung gefunden werden, bei der der gesamte Beckenboden und auch die Beckenwände automatisch gereinigt werden können. Die automatische Reinigung ist deshalb erforderlich, weil die Regenbecken vor allem in den Nachtstunden entleert werden, da zu dieser Zeit die Belastung der Kläranlage mit Abwässern gering ist. Es müssen somit auch die Becken nach dem Entleeren in der Nacht gereinigt werden um die Geruchsbelastung durch den Bodenschlamm zu minimieren.
Realisierte Reinigungsvorgänge
Parameter
Ausbaugröße | Auslastung in % | ||
|---|---|---|---|
| Einwohner | EW | 50000 | 65 |
| Tageszuflussmenge | m³/d | 10000 | 66,4 |
| BSB5-Fracht | kg BSB5/d | 3000 | 69,7 |
* teilweise Mischwasserkanalisation
Daten der wichtigsten Anlagenteile
Daten der wichtigsten Anlagenteile | |||
|---|---|---|---|
| Regenrückhaltebecken | m³ | 17000 | 2 |
| Sandfang | m³ | 320 | 1 |
| Vorklärung | m³ | 670 | 1 |
| Deni / Bio-P | m³ | 510 | 1 |
| Belebung | m³ | 6890 | 2 |
| Nachklärung | m³ | 4240 | 4 |
| Faulturm | m³ | 2000 | 1 |
| Gasspeicher | m³ | 500 | 1 |
Reinigungsleistung
Bescheid laut WRG (mindestens) | |
|---|---|
| BSB5 | 95% |
| CSB | 85% |
| Ges-N > 12°C | 70% |
| Ges-N < 12°C | 60% |
Emmisionsgrenzen
Bescheid laut WRG (kleiner gleich) | |
|---|---|
| NH4-N mg/l | 1 |
| NO3-N mg/l | 25 |
| Ges-P mg/l | 0,5 |
Legende
| BSB5 | Biologischer Sauerstoffbedarf in fünf Tagen, berechnet als O2 |
| CSB | Chemischer Sauerstoffbedarf, berechnet als O2 |
| Ges-N | Gesamt gebundener Stickstoff, berechnet als N |
| NH4-N | Ammonium Stickstoff, berechnet als N |
| NO3-N | Nitratstickstoff, berechnet als N |
| Ges-P | Gesamtphosphor, berechnet als P |
| WRG | Wasserrechtsgesetz 1959 idgF. |
Jahresprotokolle






