Allgemeine Beschreibung
Der Beginn der Abwasserreinigung in Feldkirchen geht in das Jahr 1970 zurück. Damals begann der erste Bau der Verbandskläranlage mit der Errichtung einer mechanischen und biologischen Reinigungsanlage. Die damalige Anlage war auf 20.000 EW ausgelegt.
Bedingt durch die steigenden Anforderungen an die Reinigungsleistung und die Erhöhung der angeschlossenen EW an die Kläranlage wurde die Anlage in den Jahren 1981-1984 auf eine Kapazität von 50.000 EW erweitert.
Durch die Wasserrechtsgesetznovelle 1991 und der damit verbundenen erneuten Verschärfung der Anforderung an die Reinigungsleistung von Kläranlagen wurde eine neuerliche Anpassung der Kläranlage an den Stand der Technik erforderlich. Diese Anpassung wurde in den Jahren 2004-2010 durchgeführt.
Es ist nun eine nach dem Wasserrechtsgesetz an den Stand der Technik angepasste Kläranlage vorhanden, in der täglich 5.000-8.000 m³/d Abwässer mechanisch und biologisch gereinigt werden. Der Ausbau erfolgte auf 50.000 EW. Die jährlich gereinigte Abwassermenge beträgt inkl. der Einleitergemeinden ca. 2,7 Mio. m³/a.
Sie reinigt das Abwasser der Stadtgemeinde Feldkirchen sowie der Gemeinden Himmelberg, Steindorf (Tiffner Kessel) und das Abwasser der Einleitergemeinden St. Urban, Steuerberg inkl. Wassergenossenschaft Wachsenberg, Gnesau, Reichenau, des Bereiches Turrach der steirischen Gemeinde Predlitz-Turrach und aus Randbereichen der Gemeinden Glanegg und Moosburg (Knasweg).
Der Ablauf der Kläranlage Feldkirchen fließt nicht über die Tiebel in den Ossiacher See, sondern wird über eine ca. 4,5 km lange Leitung über die Wasserscheide aus dem Einzugsgebiet des Ossiacher Sees in das Einzugsgebiet der Glan gepumpt.
Der Gesamtausbau der Kläranlage besteht aus 5 Bauabschnitten:
Bauabschnitte
Details zur Kläranlage
Beschreibungen der einzelnen Bestandteile

Auf dem Dach der Lagerhalle sowie über den Nachklärbecken wurde eine Photovoltaikanlage installiert. Damit nutzt der Wasserverband Ossiacher See die Sonnenenergie zur nachhaltigen Eigenstromerzeugung.
Die Anlage besteht aus insgesamt358 Photovoltaikmodulen:
Die installierte Gesamtleistung beträgt 113 kWp.
Die erzeugte elektrische Energie wird vollständig auf der Kläranlage selbst verbraucht. Eine Einspeisung von Überschussenergie in das Netz erfolgt nicht.
Damit trägt die Photovoltaikanlage wesentlich zur Reduktion des externen Strombezugs und zur Verbesserung der Energiebilanz bei.
Die Errichtung der Photovoltaikanlage wurde durch Bundesmittel gefördert und stellt einen weiteren Schritt in Richtung nachhaltiger und ressourcenschonender Betriebsführung dar.

Im Faulturm werden Überschussschlamm aus der biologischen Reinigungsstufe, Primärschlamm sowie Co-Fermente aus der regionalen Speiserestesammlung eingebracht.
Unter anaeroben Bedingungen – also ohne Sauerstoff – und bei einer konstanten Temperatur von rund 38 °C bauen spezialisierte Mikroorganismen die organischen Inhaltsstoffe ab. Dabei entsteht energiereiches Biogas, dessen Hauptbestandteil Methan (CH₄) ist.
Das erzeugte Gas wird zwischengespeichert und anschließend in den verbandseigenen Blockheizkraftwerken sowie Gasbrennern verwertet. Auf diese Weise werden Strom und Wärme erzeugt, die zur Eigenversorgung der Kläranlage beitragen und die Energieeffizienz des gesamten Systems erhöhen.
Der Faulturm verfügt über ein Fassungsvermögen von 2.000 m³. In diesem Anlagenteil befinden sich zudem die gastechnischen Einrichtungen zur Trocknung, Aufbereitung und kontinuierlichen Messung des gewonnenen Biogases.

Im unmittelbaren Bereich neben dem Faulturm befindet sich die Gasfackel. Sie dient als sicherheitstechnische Einrichtung zur kontrollierten Verbrennung von überschüssigem Biogas.
Bei Überdruck oder Überlastung des Gassystems zündet die Anlage automatisch und gewährleistet so einen sicheren und umweltgerechten Betrieb der gesamten Biogastechnik.
Die Gasfackel stellt damit einen wesentlichen Bestandteil des Sicherheitskonzeptes der Kläranlage dar und trägt zur Betriebssicherheit sowie zum Schutz von Personal und Anlagen bei.

Das im Faulturm entstehende Biogas (Faulgas) wird in sogenannten Blockheizkraftwerken (BHKW) energetisch verwertet. Dabei wird das Gas in elektrische Energie umgewandelt. Die gleichzeitig anfallende Wärme wird effizient weitergenutzt und trägt wesentlich zur Eigenversorgung der Kläranlage bei.
Die Blockheizkraftwerke sind in einem schallgedämmten Raum untergebracht, um Lärmemissionen auf ein Minimum zu reduzieren.
In diesem Gebäudeteil sind folgende Anlagen installiert:
Die anfallende Wärme wird genutzt für:
Durch diese kombinierte Strom- und Wärmeerzeugung (Kraft-Wärme-Kopplung) wird ein hoher Wirkungsgrad erzielt und ein wesentlicher Beitrag zur Energieeffizienz sowie zur nachhaltigen Betriebsführung der Kläranlage geleistet.

Der Gasspeicher dient der sicheren Zwischenspeicherung des im Faulturm erzeugten Biogases und stellt einen wichtigen Bestandteil des Energiekonzeptes der Kläranlage dar.
Durch die kontrollierte Speicherung wird ein gleichmäßiger Betrieb der Blockheizkraftwerke sowie der gesamten Gasverwertung sichergestellt.
Der Gasspeicher gewährleistet damit eine stabile Gasversorgung, erhöht die Betriebssicherheit und unterstützt die effiziente Nutzung der gewonnenen Energie.

Der Kanalräumgutlagerplatz dient der ordnungsgemäßen Zwischenlagerung jener Materialien, die im Zuge der Kanalreinigung anfallen. Dazu zählen insbesondere Sandfanginhalte, Rechengut sowie Schwemmgut.
Die Anlage ist als befestigte und abgedichtete Fläche mit umlaufender Randbegrenzung ausgeführt. Dadurch wird sichergestellt, dass keine Fremdstoffe in den Boden oder in die Oberflächenentwässerung gelangen können. Der Schutz von Boden und Gewässern steht dabei im Vordergrund.
Die Entwässerung des Lagerplatzes erfolgt über ein gezieltes Gefälle. Das anfallende Sicker- und Waschwasser wird kontrolliert erfasst und der Kläranlage zur Behandlung zugeführt.
Die regelmäßige Entleerung des Lagerplatzes erfolgt mittels Unimog. Das Material wird anschließend in der Kanalräumgut-Waschanlage weiterbehandelt und entsprechend für die fachgerechte Entsorgung aufbereitet.

Bei der Abwasserreinigung entstehen Schlämme aus der mechanischen und biologischen Reinigungsstufe. Diese werden in der sogenannten Schlammlinie gesammelt und weiterbehandelt. Ziel ist es, das Volumen deutlich zu reduzieren und den Schlamm für die weitere Verwertung oder Entsorgung optimal vorzubereiten.
Zunächst werden die anfallenden Schlämme in mehreren großvolumigen Behältern zwischengespeichert.
Durch natürliche Sedimentation setzt sich ein Teil des enthaltenen Wassers ab – der Schlamm wird eingedickt (statische Eindickung). Für unterschiedliche Schlammarten stehen mehrere Behälter mit jeweils angepasstem Volumen zur Verfügung.
Im nächsten Schritt wird der Wassergehalt des Schlammes maschinell weiter reduziert.
Zur Verbesserung der Fest-Flüssig-Trennung werden sogenannte Flockungshilfsmittel eingesetzt. Diese unterstützen die Zusammenlagerung der feinen Schlammteilchen und erleichtern die Abscheidung des Wassers. Die Hilfsstoffe werden in einer eigenen Anlage aufbereitet und präzise dosiert.
Der ausgefaulte Schlamm wird in weiteren Behältern gesammelt und anschließend einer Entwässerungsanlage (Zentrifuge) zugeführt.
In der Zentrifuge wird dem Schlamm nochmals ein erheblicher Teil des Wassers entzogen, wodurch eine deutliche Feststoffkonzentration erreicht wird. Auch in diesem Prozessschritt kommen Flockungshilfsmittel zum Einsatz.
Das anfallende Trübwasser wird kontrolliert erfasst und in die Belebungsstufe der Kläranlage zurückgeführt.
Durch die mehrstufige Schlammbehandlung werden Gewicht und Volumen des Klärschlammes erheblich reduziert.
Dies führt zu:
Die Schlammlinie leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen und nachhaltigen Betriebsführung der Kläranlage.

Die bei der Kläranlage erzeugte Wärme wird in der Wärmezentrale gesammelt, geregelt und bedarfsgerecht verteilt.
Die Wärme stammt aus mehreren Energiequellen:
Von der Wärmezentrale aus wird die Wärme gezielt eingesetzt:
Damit wird die bei der Abwasserreinigung gewonnene Energie effizient im eigenen System weiterverwendet.
Die Wärmezentrale ist im Gebäude der Schlammentwässerung untergebracht und umfasst folgende Anlagenteile:
In einem getrennten Raum befindet sich zudem ein weiterer Gasbrenner, in dem Faulgas bei Bedarf direkt verbrannt werden kann. Die dabei entstehenden Abgase werden sicher über einen eigenen Kamin abgeführt.
Durch die zentrale Bündelung und effiziente Nutzung der Prozesswärme wird ein wesentlicher Beitrag zu einem energieeffizienten und umweltfreundlichen Betrieb der Kläranlage geleistet.
Die Wärmezentrale ist damit ein zentraler Baustein des nachhaltigen Energiekonzeptes des Wasserverbandes Ossiacher See.

Im Nachklärbecken erfolgt die Trennung des biologisch gereinigten Abwassers vom Belebtschlamm.
Das Abwasser-Schlamm-Gemisch strömt in langgestreckte, rechteckige Becken, in denen eine ruhige Strömung herrscht. Unter diesen Bedingungen kann sich der Schlamm am Beckenboden absetzen.
Der am Boden abgesetzte Schlamm wird mittels Bandräumern kontinuierlich zu Trichtern am Beckenende gefördert.
Das gereinigte Wasser wird knapp unter der Wasseroberfläche über spezielle Ablaufrohre abgezogen.
Anschließend kann es – entsprechend den gesetzlichen Vorgaben – schadlos in den Vorfluter eingeleitet werden.
Die Kläranlage verfügt über insgesamt vier baugleiche Nachklärbecken:
Die Nachklärung bildet einen entscheidenden Schritt im Reinigungsprozess und stellt sicher, dass das gereinigte Abwasser in hoher Qualität in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgeführt wird.

Im Vorklärbecken werden die absetzbaren organischen Schmutzstoffe vom Abwasser getrennt. Dazu wird das Abwasser in das rechteckige, längliche Becken geleitet. Im Becken herrscht kaum Turbulenz und der sog. Primärschlamm setzt sich am Beckenboden ab. Über einen Bandräumer wird der abgesetzte Bodenschlamm in die Trichter des Vorklärbeckens befördert und von dort mittels Pumpen in den Voreindicker und in weiterer Folge in den Faulturm gepumpt.
Das Vorklärbecken ist ein teilweise mit einer Betondecke geschlossenes Becken. Das rechteckige Becken ist 37 m lang und 8 m breit. Die mittlere Wassertiefe beträgt 2,5 m.

Bei der Denitrifikation wird mit Hilfe von Mikroorganismen der organische Stickstoff aus dem Abwasser entfernt. Bei der biologischen Phosphorentfernung werden die Mikroorganismen unter ganz speziellen Verfahrensschritten dazu gebracht einen Teil der organischen Phosphorverbindungen aus dem Abwasser biologisch zu entfernen.
In dieses Becken gelangt der vermischte Abwasserstrom aus Vorklärbecken und dem Rücklaufschlamm aus den Nachklärbecken. Das Becken dient als Denitrifikationsbecken bzw. als Becken zur biologischen Phosphorentfernung.
Das Becken ist in drei gleich große Kammern unterteilt, die durch Trennwände mit Öffnungen 2000x2000 mm getrennt sind. Damit der Schlamm in Schwebe gehalten wird, ist in jeder Kammer ein Rührwerk mit vertikaler Achse angeordnet. Die letzte Kammer wird mit Belüftungseinrichtungen ausgestattet, damit bei geringen Belastungen der Kläranlage die Zeit in der der Schlamm anoxisch bzw. anaerob ist nicht zu lange wird.
Das Denitrifikationsbecken, Bio-P-Becken ist ein teilweise mit einer Betondecke geschlossenes Becken. Das rechteckige Becken ist 29 m lang und 8 m breit. Die mittlere Wassertiefe beträgt 2,5 m.

Die organischen Phosphorverbindungen im Abwasser müssen mit Chemikalien über eine chemische Fällungsreaktion aus dem Abwasser entfernt werden. Es werden dem Abwasser in geringen Mengen Chemikalien zudosiert, damit die Fällungsreaktion eingeleitet wird. Die organischen Phosphorverbindungen werden durch die Fällung von einem im Wasser gelösten Aggregatzustand in einen festen Aggregatzustand übergeführt und in weitere Folge über die Nachklärbecken aus dem System ausgetragen.
Weiters kann es durch den biologischen Prozess zu einer Absenkung des pH-Wertes in der Kläranlage kommen. In solchen Fällen muss der pH-Wert mit einer Lauge wieder in den neutralen Bereich gebracht werden. Dazu ist in diesem Gebäude eine Laugendosiereinheit geschaffen worden. Die Lauge zur Neutralisation des Abwassers wird in Gitterboxen zu max. 1 m³ gelagert.
Das Fällmittel und die Lauge werden wahlweise in getrennten Leitungen zu den Dosierstellen beim Zwischenpumpwerk, beim Ablauf Belebungsbecken und beim Zulauf Sandfang gepumpt.

Im Sandfang werden mineralische Bestandteile wie Sand und Kies aus dem Abwasser entfernt, bevor es in die weiteren Reinigungsstufen gelangt.
Das Becken ist länglich ausgeführt und auf einer Seite mit Luftdüsen ausgestattet. Durch das Einblasen von Luft entsteht im Wasser eine rotierende Strömung (Walzenströmung) in Fließrichtung.
Aufgrund der dabei wirkenden Zentrifugalkraft setzen sich die schwereren mineralischen Partikel am Beckenboden ab, während organische Stoffe im Wasser verbleiben und weiter zur biologischen Reinigung gelangen.
Beckenabmessungen:
Der Sandfang schützt nachfolgende Anlagenteile vor Verschleiß und Ablagerungen und trägt wesentlich zur Betriebssicherheit und Langlebigkeit der Kläranlage bei.

Die Belebungsbecken bilden das zentrale Element der biologischen Reinigungsstufe der Kläranlage.
Hier übernehmen Mikroorganismen die eigentliche Reinigungsarbeit: Sie bauen gelöste organische Inhaltsstoffe ab und wandeln diese in stabile, umweltverträgliche Verbindungen um.
Damit die Mikroorganismen optimal arbeiten können, benötigen sie Sauerstoff. Dieser wird über feinblasige Belüftungsplatten in das Abwasser eingebracht.
Die dafür erforderliche Druckluft wird in einer Gebläsestation zwischen den beiden Becken erzeugt und gezielt zu den Belüftern geleitet. Der gesamte Prozess wird automatisch überwacht und geregelt, um eine stabile und effiziente Reinigung sicherzustellen.
Die Becken sind rund, oben offen und weisen einen Durchmesser von 35 Metern auf. Das Abwasser durchströmt die Becken von innen nach außen.
Am Ende des biologischen Reinigungsprozesses fließt das behandelte Abwasser in die Nachklärbecken, wo die Trennung von Wasser und Belebtschlamm erfolgt.
Die Kläranlage verfügt über zwei parallel betriebene Belebungsbecken. Dadurch wird eine kontinuierliche Reinigung auch bei Wartungsarbeiten oder schwankenden Zulaufmengen gewährleistet.

Der Trübwasserbehälter ist baulich beim Gebläsehaus Biologie untergebracht. In diesem oben abgedeckten und über Einstiegsöffnungen erreichbaren Behälter wird das Trübwasser von der Schlammentwässerung zwischengespeichert und in der Nacht automatisch der biologischen Stufe zugeleitet. Das Becken ist 5,5 m lang und 5,5 m breit. Die Wassertiefe beträgt ca. 3,10 m. Das Bauwerk ragt ca. 1,50 m aus dem Erdreich heraus und ist allseitig mit Geländer versehen.

Als mechanische Vorreinigung dient eine Siebanlage der Firma HUBER, Typ ROTAMAT RPPS mit 1,80 Meter Durchmesser und mit einem 3mm Lochblech-Sieb.
Diese Siebanlage ist unter einem Winkel von 35 Grad im Gerinne eingebaut. Das Roh-Abwasser gelangt durch die offene Stirnseite in die schräg stehende Siebtrommel und durchströmt das Lochblech von der Innenseite zur Außenseite hin. Die im Roh-Abwasser mitgeführten Schwimm-, Sink- und Schwebestoffe werden vom Lochsieb abgeschieden. Dabei bildet sich ein Siebgutbelag auf der Innenseite der Siebtrommel, der den Wasserstand vor der Siebanlage steigen lässt. Der Wasserstand vor und nach der Siebanlage wird von Messungen überwacht. Wird der Einschaltwert überschritten, beginnt sich die Siebtrommel zu drehen.
Durch das Drehen der Siebtrommel wird das Siebgut entnommen und mit Unterstützung eines scharfen Luftstrahls und einer Abstreifbürste von der Siebtrommel-Innenseite in den zentrisch angeordneten Auffangtrichter abgeworfen.
Die im Trichter befindliche Förderschnecke, welche starr mit dem Siebkorb verbunden ist, transportiert das abgeworfene Siebgut in das geschlossene Steigrohr. In dieser Förderschnecke wird das Siebgut ausgewaschen und am oberen Ende vor dem Abwurf entwässert und gepresst.
Das Siebgut fällt in den und wirft dieses in eine Förderschnecke und danach in den bereitgestellten Container ab.
Eine Besonderheit ist das Reinigungssystem an der Siebtrommel. Es besteht aus einer Luftreinigung mit einer Luftklinge, die aus zwei leistungsstarken Ventilatoren mit Druckluft versorgt wird, sowie einer Hochdruckreinigung, welche die feinen Fasern, die sich um die Stege zwischen den 3mm-Löchern hängen, automatisch mit 200 bar Hochdruck zerstört und abspritzt.

Das Labor der Verbandskläranlage ist im Erdgeschoss des Betriebsgebäudes II untergebracht. Hier werden die laufenden, vorgeschriebenen Abwasseruntersuchungen durchgeführt.
Folgende Aggregate sind in diesem Raum untergebracht:

Das gesamte biologisch gereinigte Abwasser wird über eine ca. 5 km lange Druckleitung ins Glantal gepumpt und dort in die Glan ausgeleitet. Es ist somit sichergestellt, dass die Abwässer nicht in die Tiebel und in weitere Folge in den Ossiacher See gelangen können.
Dazu wurde ein Pumpwerk mit trocken aufgestellten Kreiselpumpen installiert. Der Vorlagebehälter für die Pumpen befindet sich unmittelbar vor dem Gebäude. Dieser ist unterirdisch mit einer Betondecke und entsprechenden Einstiegsöffnungen versehen.

Bei Starkregenereignissen steigt die Zulaufmenge zur Kläranlage deutlich an. Neben häuslichem Abwasser gelangt zusätzlich Regenwasser in das Kanalsystem, das Ablagerungen aus den Leitungen mitführt. Dabei können größere Steine, Schotter oder andere schwere Gegenstände in die Anlage eingetragen werden.
Im Grobschotterfang werden diese schweren Bestandteile zuverlässig aus dem Abwasser entfernt. Dadurch werden nachfolgende Anlagenteile – insbesondere der Feinrechen im Rechenhaus – wirksam vor Beschädigungen geschützt.
Der abgeschiedene Schotter sowie andere schwere Materialien werden über spezielle Förderschnecken quer und längs zum Hauptabfluss ausgetragen.
Anschließend erfolgt eine weitere Aufbereitung:
Im Rechenhaus befindet sich zusätzlich ein horizontaler Feinrechen. Dieser wird automatisch zugeschaltet, sobald der Zulauf 1.200 Liter pro Sekunde überschreitet.
Dadurch wird verhindert, dass Rechengut in die Regenrückhaltebecken gelangt und dort zu Ablagerungen oder Betriebsstörungen führt.
Die bei diesem Prozess entstehende Abluft wird vor der Ableitung ins Freie über einen Biofilter geführt.
In diesem Filter bauen Mikroorganismen die enthaltenen Geruchsstoffe biologisch ab. So wird sichergestellt, dass keine unangenehmen Geruchsemissionen entstehen und die Umgebung geschützt bleibt.
Die Grobschotter- und Feinreinigung stellt insbesondere bei starken Niederschlägen einen wichtigen Schutzmechanismus für die Kläranlage dar und gewährleistet einen stabilen und sicheren Betrieb.

Mit dem Notstromaggregat kann die gesamte Kläranlage bei Stromausfall mit Energie versorgt werden. Die Anlage ist dabei so ausgelegt, dass bei Stromausfall das Notstromaggregat automatisch oder manuell gestartet werden kann. Bei Wiederkehr der Stromversorgung des EVU werden die Frequenzen automatisch zwischen EVU und Notstromaggregat synchronisiert und das Notstromaggregat kann ohne Netzunterbrechung weggeschaltet werden.
Das Notstromaggregat und die Niederspannungshauptverteilung bilden einen Teil des Betriebsgebäudes I und sind neben der Garage 2 untergebracht.
Folgende Aggregate sind in diesen Räumen untergebracht:

Als weitere Innovation im Bereich der Klärtechnik wurde eine Mischwasserbehandlung im Nachklärbecken realisiert. Dabei wird die obere Schicht des Abwasser-Regenwassergemisches im Regenrückhaltebecken, die bedingt durch die Sedimentation im Becken arm an Schwebstoffen ist, an der biologischen Stufe vorbei, direkt in die Nachklärbecken geleitet.
Entsprechende großtechnische Anwendungen von Mischwasserbehandlung im NKB wurden vor allem bei der Kläranlage Wulkaprodersdorf im Burgenland durchgeführt. Die Arbeiten wurden vom Institut für Wassergüte der TU Wien wissenschaftlich begleitet. Dabei hat sich bei Einleitung von Mischwasser direkt in die Nachklärung folgendes gezeigt:

Aufgrund der Topografie des Verbandsgebietes sowie der Mischkanalisation im Stadtgebiet Feldkirchen gelangt bei Regenereignissen eine erhebliche Menge Mischwasser – bestehend aus Regenwasser und häuslichem Abwasser – zur Kläranlage.
Während bei Trockenwetter rund 40–50 Liter pro Sekunde zufließen, kann die Zulaufmenge bei Starkregen auf bis zu 4.500 Liter pro Sekunde ansteigen.
Um diese Spitzenmengen kontrolliert bewältigen zu können, stehen zwei Regenrückhaltebecken zur Verfügung.
Sie speichern jenes Abwasser, das während des Regenereignisses nicht unmittelbar in der biologischen Reinigungsstufe behandelt werden kann.
Nach Abklingen des Niederschlags wird das gespeicherte Wasser über Schneckenpumpwerke kontrolliert in die Kläranlage zurückgeführt und dort vollständig biologisch gereinigt.
Während der Speicherung setzen sich am Beckenboden organische und anorganische Feinteile ab – der sogenannte Bodenschlamm.
Um hygienische Probleme und Geruchsbelästigungen zu vermeiden, wird dieser Schlamm nach dem Entleeren der Becken gezielt entfernt:
Die Reinigung der Becken erfolgt sowohl manuell als auch automatisch. Besonders die automatische Reinigung ist wesentlich, da die Entleerung häufig in den Nachtstunden erfolgt, wenn die Belastung der Kläranlage geringer ist. Dadurch wird eine vollständige Reinigung von Boden und Wänden sichergestellt und Geruchsemissionen werden minimiert.
Die Regenrückhaltebecken stellen einen zentralen Bestandteil des Hochwasserschutzes und der Betriebssicherheit der Kläranlage dar. Sie ermöglichen eine kontrollierte Behandlung auch bei extremen Niederschlagsereignissen und tragen maßgeblich zum Schutz der Gewässer bei.
Parameter
Ausbaugröße | Auslastung in % | ||
|---|---|---|---|
| Einwohner | EW | 50000 | 65 |
| Tageszuflussmenge | m³/d | 10000 | 66,4 |
| BSB5-Fracht | kg BSB5/d | 3000 | 69,7 |
* teilweise Mischwasserkanalisation
Daten der wichtigsten Anlagenteile
Daten der wichtigsten Anlagenteile | |||
|---|---|---|---|
| Regenrückhaltebecken | m³ | 17000 | 2 |
| Sandfang | m³ | 320 | 1 |
| Vorklärung | m³ | 670 | 1 |
| Deni / Bio-P | m³ | 510 | 1 |
| Belebung | m³ | 6890 | 2 |
| Nachklärung | m³ | 4240 | 4 |
| Faulturm | m³ | 2000 | 1 |
| Gasspeicher | m³ | 500 | 1 |
Reinigungsleistung
Bescheid laut WRG (mindestens) | |
|---|---|
| BSB5 | 95% |
| CSB | 85% |
| Ges-N > 12°C | 70% |
| Ges-N < 12°C | 60% |
Emmisionsgrenzen
Bescheid laut WRG (kleiner gleich) | |
|---|---|
| NH4-N mg/l | 1,0 |
| NO3-N mg/l | 25,0 |
| Ges-P mg/l | 0,5 |
Legende
| BSB5 | Biologischer Sauerstoffbedarf in fünf Tagen, berechnet als O2 |
| CSB | Chemischer Sauerstoffbedarf, berechnet als O2 |
| Ges-N | Gesamt gebundener Stickstoff, berechnet als N |
| NH4-N | Ammonium Stickstoff, berechnet als N |
| NO3-N | Nitratstickstoff, berechnet als N |
| Ges-P | Gesamtphosphor, berechnet als P |
| WRG | Wasserrechtsgesetz 1959 idgF. |
Jahresprotokolle






